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Portugieser Wein und Rebsorte

Die Rebsorte Portugieser, bzw. Blauer Portugieser, ist eine Rotweinsorte, deren Herkunft noch immer umstritten ist. Stammt sie wirklich aus Portugal, wo sie ein Graf von Fries zwischen 1770 und 1780 nach Niederösterreich brachte? Oder ist ihr Herkunftsort die Untersteiermark im heutigen Slowenien? Sicher ist nur, dass der großflächige Anbau von Portugieser Wein in Österreich und Ungarn erst im 18. Jahrhundert erfolgte. In Deutschland wude die Rebsorte erst Mitte des 19. Jahrhunderts populär. Einigen Belegen nach war die Rebsorte Portugieser vor 100 Jahren in Portugal völlig unbekannt. Die Dokumente und Archive aus dieser Zeit sind jedoch sehr lückenhaft. Es ist aber bekannt, dass zu dieser Zeit in Portugal viele Rebsorten vermehrt wurden und schnell wieder verschwanden. Der automatische Rückschluss, dass der Blaue Portugieser aus Österreich oder Slowenien stammt ist jedoch nicht dokumentiert. Ganz im Gegenteil: Die in Österreich gefundenen Herkunftsangaben bezeichnen klar Portugal als Herkunftsland. In Deutschland ist die Rebsorte Portugieser nach Spätburgunder und Dornfelder die dritthäufigste Rotweinsorte. Ein Abkömmling des blauen Portugiesers ist der Graue Portugieser, aus dem wiederum durch Mutation die Sorte Grüner Portugieser entstand. Die Rebsorte Roter Portugieser, auch Rother Portugieser genannt, gilt hingegen nicht als verwandt zum blauen Portugieser. Die blassroten Trauben werden häufig als Weißwein ausgebaut. Um die Verwirrung perfekt zu machen, lautet ein Synonym des Blaufränkisch, Portugieser Rother. Der Blaue Portugieser ist eine Kreuzung aus der Blauen Zimmettraube und dem Grünen Silvaner. Die früh bis mittelfrüh austreibende Rebsorte neigt zur Rohfäule und ist frostempfindlich. Der Blaue Portugieser wird daher oft sehr früh, noch vor seiner tatsächlichen Reife in der ersten Septemberhälfte geerntet. Durch die frühe Lese und Verarbeitung sind die ersten Weine oft schon im nächsten Frühjahr trinkfertig. An die Böden stellen die Rebstöcke des Blauen Portugiesers kaum Anforderungen. Lediglich zu schwer, oder kalt und feucht mag es der Portugieser nicht. Der Anbau in flachen Lagen und die dortige maschinelle Bearbeitung stellt ebenfalls kein Problem für ihn dar. Durch seinen hohen Ertrag ist eine strikte Mengenregulation notwendig, um qualitativ hochwertige Weine zu erhalten. Wegen seiner zarten Färbung wir der Blaue Portugieser von deutschen Winzern häufig auch zu Weißherbst verarbeitet. Portugieser wird häufig zu eher einfachen Weinen verarbeitet. Sie sind unkompliziert, haben wenig Tanninen und Säure und sind daher für den alltäglichen Genuss konzipiert. Ambitionierte Winzer keltern aus der unterschätzten Rebsorte jedoch erstaunlich komplexe Rotweine und buhlen damit um die Aufmerksamkeit der Weinkenner. Die Anbauflächen sind derzeit aber stark rückläufig.


Wie schmeckt Portugieser Wein

Portugieser Weine gelten als harmonische, milde und eher säurearme Weine. Sie weisen einen niedrigen bis mittleren Alkoholgehalt auf und können im Gegensatz zu vielen anderen Rotweine schon jung getrunken werden. Diese Weine präsentieren sich eher frisch und leicht, mit nicht allzu intensivem, beerenfruchtigen bis blumigen Bouquet. Häufig werden hier Nuancen von Himbeeren, roten Johannisbeeren und Erdbeeren genannt, gelegentlich auch Kirsche, Vanille und Kräuternoten. Manche Weinkenner sprechen ihm zuweilen einen Hauch von Pfeffer zu. Am Gaumen insgesamt sehr weich, rund und mit geringem Tanningehalt ausgestattet, ist er bekannt als vollmundiger Rotwein. Ausgebaut als Rosé ist er ein beliebter, süffiger Sommerwein.


Was passt zu Portugieser Wein

Portugieser Weine sind oftmals unkomplizierte, jung trinkbare und leichte Weine. Sie passenzu ebenso leichten Gerichten, frischen Vorspeisen oder auch zu mildem Käse. Kräftigere deutsche Rotweine aus Portugieser, wie der Markus Schneider Einzelstück, harmonieren perfekt mit Wild, Lamm, Steak und intensiven Schmorgerichten. Der Rings Sand und Kiesel schmeckt uns persönlich hervorragend zu Edelgeflügel, passt aber ebenfalls wunderbar zu Wild. Und wer nach einem passenden Wein zum Grillen sucht, der darf getrost beim Metzger zugreifen – beim Metzger Urbulle! Die zarten Rosés sind gut gekühlt herrliche Sommerweine. Ein Portugieser Weißherbst ist mit maximal 13°C ideal temperiert. Die Rotweine mögen es auch vergleichsweise kühl mit 14°-16°C, wodurch der frische Charakter zusätzlich unterstrichen wird.